
Immobilie oder ETF? Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, stößt früher oder später auf diese Frage. Dabei muss die Entscheidung nicht zwangsläufig auf eine der beiden Anlageformen fallen. Immobilien und ETFs lassen sich auch miteinander kombinieren und können innerhalb einer Anlagestrategie unterschiedliche Funktionen übernehmen.
Während ETFs einen vergleichsweise einfachen Zugang zu breit gestreuten Kapitalmärkten ermöglichen, bieten Immobilien einen realen Sachwert und können bei Vermietung regelmäßige Einnahmen generieren. Gleichzeitig unterscheiden sich beide Anlageformen erheblich bei Kapitalbedarf, Liquidität, Aufwand und Risiken.
Doch wann kann eine Kombination aus Immobilie und ETF sinnvoll sein?
Sie überlegen, einen Teil Ihres Vermögens in eine Immobilie zu investieren? GWB Makler unterstützt Sie bei der Suche und Bewertung geeigneter Immobilien und hilft Ihnen dabei, Lage, Kaufpreis und Vermietungspotenzial realistisch einzuschätzen.
ETFs und Immobilien unterscheiden sich bereits grundsätzlich in ihrer Struktur.
Mit einem breit gestreuten ETF investieren Anleger beispielsweise in zahlreiche Unternehmen beziehungsweise Wertpapiere gleichzeitig. Der Einstieg ist grundsätzlich auch mit vergleichsweise kleinen Beträgen möglich.
Beim direkten Kauf einer Immobilie wird dagegen Kapital in einen einzelnen Sachwert investiert. Häufig kommt zusätzlich eine Immobilienfinanzierung zum Einsatz.
Beide Anlageformen bringen damit unterschiedliche Eigenschaften mit.
ETFs sind insbesondere aufgrund ihrer einfachen Zugänglichkeit beliebt.
Zu den möglichen Vorteilen zählen:
Gleichzeitig unterliegen ETFs den Schwankungen der Kapitalmärkte. Wertentwicklungen aus der Vergangenheit garantieren keine zukünftigen Renditen.
Bei einer vermieteten Immobilie steht dagegen ein konkreter Sachwert im Mittelpunkt.
Mögliche Vorteile können sein:
Eine Immobilie bringt allerdings auch laufende Kosten und Verantwortung mit sich.
Dazu gehören beispielsweise Instandhaltung, Verwaltung, mögliche Leerstände, Finanzierungskosten und nicht umlagefähige Kosten.
Die entscheidende Frage muss deshalb nicht lauten: Immobilie oder ETF?
Eine mögliche Strategie besteht darin, beide Anlageformen miteinander zu kombinieren.
Dadurch wird das Vermögen nicht ausschließlich in einer Anlageklasse aufgebaut.
Beispielsweise kann eine vermietete Immobilie einen Teil der langfristigen Vermögensstrategie darstellen, während parallel regelmäßig in einen breit gestreuten ETF investiert wird.
Ob eine solche Strategie sinnvoll ist, hängt jedoch immer von der individuellen finanziellen Situation ab.
Wer sein gesamtes verfügbares Vermögen in eine einzelne Immobilie investiert, konzentriert einen erheblichen Teil seines Kapitals auf ein Objekt und einen Standort.
Das kann ein sogenanntes Klumpenrisiko erzeugen.
ETFs können – abhängig von ihrer konkreten Zusammensetzung – eine breitere Streuung über verschiedene Unternehmen, Branchen und Märkte ermöglichen.
Eine Kombination kann deshalb dazu beitragen, unterschiedliche Anlageklassen im Vermögensaufbau zu berücksichtigen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass dadurch Verlustrisiken verschwinden. Sowohl Immobilien als auch Wertpapieranlagen besitzen eigene Risiken.
Wie Immobilien und ETFs kombiniert werden, hängt stark von Einkommen, Eigenkapital, Finanzierung und persönlichen Zielen ab.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Ein Anleger besitzt eine vermietete Eigentumswohnung. Die Immobilie wird langfristig finanziert und erwirtschaftet monatliche Mieteinnahmen.
Statt zusätzliches verfügbares Kapital ausschließlich für weitere Immobilienkäufe einzusetzen, investiert der Anleger parallel regelmäßig in einen ETF-Sparplan.
Dadurch entstehen zwei unterschiedliche Vermögensbausteine:
Immobilie:
Sachwert, Mieteinnahmen und mögliche langfristige Wertentwicklung.
ETF:
liquide Kapitalmarktanlage mit je nach Produkt breiter Streuung.
Die konkrete Gewichtung muss individuell festgelegt werden.
Hier zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zwischen ETF und Immobilie.
Ein ETF-Sparplan kann grundsätzlich bereits mit kleinen monatlichen Beträgen begonnen werden.
Beim Immobilienkauf entstehen dagegen erhebliche Kosten.
Neben dem Kaufpreis müssen Käufer insbesondere die Kaufnebenkosten berücksichtigen. Dazu können beispielsweise gehören:
Zusätzlich kann Eigenkapital für die Finanzierung erforderlich beziehungsweise sinnvoll sein.
Wer eine Immobilie als Kapitalanlage erwerben möchte, sollte deshalb seine finanzielle Situation vorab genau analysieren.
Eine Besonderheit von Immobilien besteht darin, dass ein erheblicher Teil des Kaufpreises über Fremdkapital finanziert werden kann.
Dadurch kann ein Anleger mit einem begrenzten Eigenkapitaleinsatz einen deutlich größeren Vermögenswert erwerben.
Dieser Hebel funktioniert allerdings in beide Richtungen.
Finanzierungskosten müssen unabhängig davon getragen werden, wie sich der Immobilienwert entwickelt. Zusätzlich können unerwartete Reparaturen, Mietausfälle oder andere Kosten auftreten.
Eine Finanzierung sollte deshalb nicht ausschließlich anhand einer erwarteten Wertsteigerung kalkuliert werden.
ETFs und Immobilien unterscheiden sich deutlich hinsichtlich ihrer Liquidität.
Anteile börsengehandelter ETFs können grundsätzlich vergleichsweise schnell verkauft werden.
Bei einer Immobilie ist das anders.
Ein Immobilienverkauf benötigt Zeit. Zunächst muss ein Käufer gefunden werden, anschließend folgen Verhandlungen, Kaufvertrag und notarielle Abwicklung.
Kapital, das in einer Immobilie gebunden ist, sollte deshalb eher langfristig betrachtet werden.
Auch beim Zeitaufwand bestehen erhebliche Unterschiede.
Ein ETF benötigt nach dem Kauf beziehungsweise der Einrichtung eines Sparplans vergleichsweise wenig laufende Organisation.
Eine vermietete Immobilie verursacht dagegen regelmäßigen Verwaltungsaufwand.
Dazu gehören beispielsweise:
Wer diesen Aufwand nicht selbst übernehmen möchte, kann eine professionelle Immobilienverwaltung beauftragen. Die dadurch entstehenden Kosten müssen allerdings in die Renditekalkulation einbezogen werden.
Bei der Bewertung einer Kapitalanlage sollten Anleger nicht ausschließlich darauf schauen, wie stark der Wert in Zukunft möglicherweise steigt.
Bei einer Immobilie sind unter anderem relevant:
Bei einem ETF spielen wiederum andere Faktoren wie Kursentwicklung, Kosten, Ausschüttungen und steuerliche Aspekte eine Rolle.
Ein sinnvoller Vergleich sollte deshalb immer die Gesamtsituation berücksichtigen.
Ob sich eine konkrete Immobilie als Kapitalanlage eignet, hängt nicht allein vom Kaufpreis ab.
Besonders relevant sind beispielsweise:
Lage: Wie attraktiv ist der Standort für Mieter?
Mietniveau: Welche realistische Miete lässt sich erzielen?
Kaufpreis: Steht der Kaufpreis in einem sinnvollen Verhältnis zu den erwartbaren Einnahmen?
Zustand: Sind größere Sanierungen oder Modernisierungen absehbar?
Finanzierung: Welche monatliche Belastung entsteht?
Laufende Kosten: Welcher Anteil kann nicht auf den Mieter übertragen werden?
Erst die Kombination dieser Faktoren ermöglicht eine fundiertere Beurteilung.
Diese Entscheidung lässt sich nicht pauschal beantworten.
Ein Immobilienkauf kann beispielsweise interessant sein, wenn ausreichend Eigenkapital vorhanden ist, die Finanzierung langfristig tragfähig erscheint und eine passende Immobilie zu einem wirtschaftlich sinnvollen Preis gefunden wird.
Ein ETF kann dagegen besser zu Anlegern passen, die flexibel bleiben möchten, mit kleineren Beträgen investieren oder keinen Verwaltungsaufwand durch eine Immobilie übernehmen möchten.
Für manche Anleger kann gerade die Kombination beider Ansätze interessant sein.
Wer Immobilien und ETFs kombinieren möchte, sollte nicht irgendeine Immobilie kaufen, nur um zusätzlich einen Sachwert im Portfolio zu besitzen.
Eine ungeeignete Immobilie wird nicht automatisch zu einer guten Kapitalanlage.
Vor dem Kauf sollten deshalb insbesondere Lage, Kaufpreis, Mietpotenzial, Zustand und laufende Kosten geprüft werden.
Auch die langfristige Vermietbarkeit spielt eine zentrale Rolle.
Ein professioneller Immobilienmakler mit regionaler Marktkenntnis kann dabei helfen, Kaufpreise und Standortfaktoren realistisch einzuordnen.
Für Eigentümer stellt sich die Frage häufig aus einer anderen Perspektive.
Wer bereits ein selbst genutztes Haus oder mehrere Immobilien besitzt, hat möglicherweise schon einen erheblichen Teil seines Vermögens in Immobilien gebunden.
In diesem Fall kann eine zusätzliche Immobilie die Konzentration auf eine einzelne Anlageklasse weiter erhöhen.
Vor einer weiteren Investition lohnt sich deshalb der Blick auf das gesamte Vermögen und die persönlichen finanziellen Ziele.
Immobilie und ETF müssen keine Gegensätze sein. Beide Anlageformen besitzen unterschiedliche Eigenschaften und können innerhalb einer langfristigen Vermögensstrategie verschiedene Funktionen übernehmen.
ETFs ermöglichen je nach Produkt eine breite Streuung und einen vergleichsweise einfachen Einstieg. Immobilien bieten dagegen einen realen Sachwert, mögliche Mieteinnahmen und die Möglichkeit einer Fremdfinanzierung.
Gleichzeitig entstehen bei Immobilien höhere Einstiegskosten, Verwaltungsaufwand und objektbezogene Risiken.
Ob eine Kombination sinnvoll ist, hängt deshalb von Eigenkapital, Einkommen, Risikobereitschaft, Anlagehorizont und persönlichen Zielen ab.
Wer eine Immobilie als Kapitalanlage kaufen möchte, sollte insbesondere die Qualität des konkreten Objekts prüfen – denn eine gute Anlagestrategie beginnt nicht mit der Frage „Immobilie oder ETF?“, sondern mit einer fundierten Bewertung der jeweiligen Investition.
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